Braucht ein Holzhaus eine Klimaanlage?

Noch vor wenigen Jahren spielte die Frage nach einer Klimaanlage beim Hausbau für viele Bauherren kaum eine Rolle. Während Klimageräte in südlichen Ländern längst zum Alltag gehörten, galten sie in Österreich oder Deutschland eher als Ausnahme. Ein gut gedämmtes Haus, moderne Fenster und eine energieeffiziente Bauweise schienen auszureichen, um das ganze Jahr über ein angenehmes Raumklima zu schaffen.

Mit den zunehmend heißeren Sommern hat sich diese Sichtweise jedoch verändert. Hitzewellen mit Temperaturen deutlich über 30 Grad treten häufiger auf, Tropennächte erschweren die nächtliche Abkühlung und viele Menschen verbringen aufgrund von Homeoffice oder veränderten Lebensgewohnheiten deutlich mehr Zeit in den eigenen vier Wänden. Dadurch rückt eine neue Frage in den Mittelpunkt der Hausplanung: Wie bleibt ein Zuhause auch im Hochsommer angenehm temperiert – möglichst ohne dauerhaft laufende Kühltechnik?

Gerade beim Holzbau taucht diese Frage besonders häufig auf. Manche gehen davon aus, dass ein Holzhaus aufgrund seiner vergleichsweise leichten Konstruktion zwangsläufig schneller warm wird und deshalb eine Klimaanlage benötigt. Andere vertreten die gegenteilige Meinung und sehen Holzhäuser grundsätzlich als kühlere Bauweise. Beide Aussagen greifen jedoch deutlich zu kurz.

Ob ein Haus im Sommer angenehm bleibt, entscheidet sich nicht am Namen der Bauweise und auch nicht an einem einzelnen Baustoff. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel aus Architektur, Bauphysik und intelligenter Planung. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht: Braucht ein Holzhaus eine Klimaanlage? Sondern vielmehr: Wie muss ein Haus geplant werden, damit aktive Kühlung möglichst selten notwendig wird?

Genau diese Perspektive gewinnt im modernen Hausbau zunehmend an Bedeutung. Denn je besser ein Gebäude auf sommerliche Hitze vorbereitet ist, desto seltener muss später mit energieintensiver Technik nachgeholfen werden.

Warum immer mehr Bauherren über Kühlung nachdenken

Die Anforderungen an Wohngebäude verändern sich. Während früher vor allem die Heizkosten im Mittelpunkt standen, entwickelt sich der sommerliche Wärmeschutz zunehmend zu einem ebenso wichtigen Qualitätsmerkmal.

Das hat mehrere Gründe. Zum einen verändern sich die klimatischen Bedingungen. Die Zahl heißer Sommertage steigt vielerorts kontinuierlich an, und längere Hitzeperioden mit mehreren aufeinanderfolgenden Tagen über 30 Grad sind längst keine Ausnahme mehr. Gleichzeitig sinken in vielen Regionen auch die nächtlichen Temperaturen nicht mehr ausreichend, sodass Gebäude kaum Gelegenheit haben, vollständig auszukühlen.

Zum anderen verändert sich aber auch die Art, wie wir wohnen. Große Fensterflächen, offene Grundrisse und lichtdurchflutete Wohnbereiche gehören heute zu den beliebtesten Gestaltungselementen moderner Architektur. Sie schaffen helle Räume und eine hohe Wohnqualität, bringen jedoch gleichzeitig neue bauphysikalische Herausforderungen mit sich. Denn überall dort, wo viel Sonnenlicht ins Gebäude gelangt, muss auch der sommerliche Wärmeschutz sorgfältig mitgedacht werden.

Hinzu kommt, dass Häuser heute intensiver genutzt werden als früher. Das Zuhause ist längst nicht mehr nur Wohnort, sondern häufig auch Arbeitsplatz, Rückzugsort und Lebensmittelpunkt für den größten Teil des Tages. Entsprechend steigen die Erwartungen an den Wohnkomfort, unabhängig von der Jahreszeit.

Die steigende Nachfrage nach Klimaanlagen ist deshalb weniger Ausdruck einer bestimmten Bauweise als vielmehr eine Folge veränderter klimatischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.

Die häufigsten Irrtümer rund um Holzhäuser und Klimaanlagen

Kaum ein Thema wird im Holzbau von so vielen Missverständnissen begleitet wie der sommerliche Wärmeschutz. Viele dieser Aussagen halten sich hartnäckig, obwohl sie mit der heutigen Baupraxis nur noch wenig gemeinsam haben.

Ein häufiger Irrtum lautet, dass Holzhäuser aufgrund ihrer vergleichsweise leichten Konstruktion grundsätzlich schneller aufheizen. Diese Aussage betrachtet jedoch ausschließlich das Tragwerk und ignoriert den eigentlichen Wandaufbau. Moderne Holzriegelhäuser bestehen aus mehreren exakt aufeinander abgestimmten Schichten, die gemeinsam dafür sorgen, dass Wärme nur zeitverzögert in das Gebäude gelangt.

Ebenso verbreitet ist die Annahme, dass massive Bauweisen grundsätzlich keinen zusätzlichen Hitzeschutz benötigen. Tatsächlich besitzen massive Baustoffe eine hohe Wärmespeicherfähigkeit, gleichzeitig können sie sich bei längeren Hitzeperioden jedoch ebenfalls stark aufheizen. Ohne konsequente Verschattung und ausreichende nächtliche Abkühlung steigen auch dort die Innentemperaturen kontinuierlich an.

Ein weiterer Irrtum besteht darin, eine Klimaanlage als universelle Lösung für sommerliche Hitze zu betrachten. Natürlich kann sie Räume zuverlässig herunterkühlen. Sie ersetzt jedoch keine gute Gebäudeplanung. Muss eine Klimaanlage dauerhaft gegen hohe Wärmeeinträge arbeiten, steigt nicht nur der Energieverbrauch, sondern häufig auch der Wartungsaufwand und die Betriebskosten.

Die wichtigste Erkenntnis lautet deshalb: Nicht die Bauweise entscheidet darüber, ob eine Klimaanlage notwendig wird, sondern die Qualität des gesamten Gebäudekonzepts.

Gute Architektur reduziert den Kühlbedarf bereits auf dem Papier

Eine der größten Stärken moderner Hausplanung besteht darin, Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen. Genau das gilt auch für den sommerlichen Wärmeschutz. Bereits in der frühen Entwurfsphase lassen sich viele Entscheidungen treffen, die den späteren Kühlbedarf erheblich beeinflussen. Dazu gehört zunächst die Ausrichtung des Gebäudes auf dem Grundstück. Die Position der Wohnräume, die Größe der Fensterflächen oder die Anordnung von Terrassen entscheiden darüber, wie intensiv die Sonneneinstrahlung im Tagesverlauf auf einzelne Bereiche wirkt.

Ebenso wichtig sind Dachüberstände, außenliegende Verschattungssysteme oder die bewusste Integration natürlicher Beschattung durch Bäume und Pflanzen. Diese Maßnahmen wirken oft unauffällig, reduzieren den Wärmeeintrag jedoch deutlich effektiver als viele nachträglich installierte Kühlsysteme.

Auch die Gebäudehülle spielt eine zentrale Rolle. Hochwertige Dämmung, luftdichte Konstruktionen und ein sorgfältig geplanter Dachaufbau tragen dazu bei, dass Hitze nur langsam in das Gebäude eindringt. Dadurch bleibt die in den kühlen Nachtstunden gespeicherte Frische wesentlich länger erhalten.

Je besser diese Faktoren ineinandergreifen, desto geringer fällt der spätere Kühlbedarf aus. Genau deshalb beginnt sommerlicher Wohnkomfort nicht erst mit der Auswahl einer Klimaanlage, sondern bereits mit den ersten Skizzen eines Hauses.

Die beste Kühlung ist jene, die möglichst selten benötigt wird

In der Gebäudetechnik gilt seit vielen Jahren ein einfaches Prinzip: Die effizienteste Energie ist jene, die gar nicht erst verbraucht werden muss. Dieses Prinzip lässt sich auch auf den sommerlichen Wärmeschutz übertragen. Ein Haus, das sich durch intelligente Planung, hochwertige Bauphysik und konsequente Verschattung nur langsam erwärmt, benötigt deutlich weniger aktive Kühlung als ein Gebäude, das hohe Wärmeeinträge dauerhaft technisch ausgleichen muss.

Dabei geht es nicht darum, Klimaanlagen grundsätzlich abzulehnen. Vielmehr sollte ihre Aufgabe darin bestehen, den Wohnkomfort bei außergewöhnlichen Bedingungen gezielt zu unterstützen – und nicht grundlegende Planungsdefizite zu kompensieren. Genau deshalb verändert sich auch die Rolle moderner Gebäudetechnik. Sie ergänzt ein bereits gut funktionierendes Gebäude, anstatt dessen Schwächen dauerhaft ausgleichen zu müssen.

Und vielleicht liegt genau darin der wichtigste Unterschied zwischen einem Haus, das lediglich gekühlt wird, und einem Haus, das von Anfang an auf sommerlichen Wohnkomfort ausgelegt wurde.

Wann eine Klimaanlage tatsächlich sinnvoll sein kann

Wer über sommerlichen Wohnkomfort spricht, landet früher oder später bei der Frage nach einer Klimaanlage. Dabei werden häufig zwei gegensätzliche Positionen vertreten: Die einen halten sie grundsätzlich für überflüssig, die anderen betrachten sie bereits als unverzichtbaren Bestandteil eines modernen Hauses. Wie so oft liegt die Realität zwischen diesen beiden Ansichten.

Ein sorgfältig geplantes Holzhaus kann auch während heißer Sommer ein sehr angenehmes Raumklima bieten. Trotzdem gibt es Situationen, in denen eine zusätzliche Kühlung den Wohnkomfort sinnvoll ergänzen kann. Entscheidend ist dabei, dass sie nicht als Ersatz für eine gute Planung verstanden wird, sondern als Ergänzung eines bereits funktionierenden Gesamtkonzepts.

Besonders bei außergewöhnlichen Rahmenbedingungen kann eine aktive Kühlung durchaus sinnvoll sein. Dazu zählen beispielsweise Gebäude mit sehr großen Glasflächen auf der Süd- oder Westseite, Dachgeschossbereiche mit hoher Sonneneinstrahlung oder Grundstücke, auf denen Verschattungsmöglichkeiten nur eingeschränkt umgesetzt werden können. Auch Menschen, die dauerhaft im Homeoffice arbeiten oder aus gesundheitlichen Gründen besonders empfindlich auf hohe Temperaturen reagieren, stellen häufig andere Anforderungen an den sommerlichen Wohnkomfort.

Ebenso spielt das persönliche Temperaturempfinden eine Rolle. Während sich manche Menschen auch bei 26 Grad Raumtemperatur wohlfühlen, empfinden andere dieselbe Situation bereits als belastend. Ein Haus sollte deshalb nicht nur bauphysikalisch funktionieren, sondern auch zu den Bedürfnissen seiner Bewohner passen.

Genau deshalb gibt es keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, ob eine Klimaanlage notwendig ist. Die bessere Frage lautet vielmehr: Wie lässt sich der Kühlbedarf durch intelligente Planung möglichst gering halten – und wo kann Technik den Komfort sinnvoll ergänzen?

Passive und aktive Kühlung – zwei unterschiedliche Strategien mit demselben Ziel

Im modernen Hausbau wird häufig zwischen passiven und aktiven Kühlmaßnahmen unterschieden. Beide verfolgen dasselbe Ziel, unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrer Herangehensweise.

Passive Maßnahmen versuchen, den Wärmeeintrag bereits im Vorfeld möglichst gering zu halten. Dazu gehören die Ausrichtung des Gebäudes, außenliegende Verschattungssysteme, Dachüberstände, hochwertige Dämmung, ein optimierter Dachaufbau sowie die gezielte Nutzung der kühleren Nachtstunden zur natürlichen Lüftung. Sie greifen also dort ein, wo Wärme überhaupt erst entsteht.

Aktive Systeme arbeiten dagegen erst dann, wenn sich das Gebäude bereits erwärmt hat. Klassische Split-Klimaanlagen entziehen der Raumluft Wärme und senken dadurch die Innentemperatur. Moderne Wärmepumpen können, abhängig vom System, zusätzlich eine Kühlfunktion übernehmen und so den Wohnkomfort während heißer Tage erhöhen.

Interessanterweise schließen sich beide Strategien nicht gegenseitig aus. Im Gegenteil: Sie ergänzen sich ideal. Je besser ein Gebäude passiv gegen sommerliche Hitze geschützt ist, desto geringer fällt der Energiebedarf einer aktiven Kühlung aus. Dadurch laufen technische Systeme seltener, arbeiten effizienter und verursachen niedrigere Betriebskosten. Genau deshalb betrachten moderne Planer sommerlichen Wärmeschutz immer ganzheitlich. Nicht einzelne Maßnahmen stehen im Mittelpunkt, sondern ihr Zusammenspiel.

Wärmepumpe mit Kühlfunktion oder klassische Klimaanlage?

Mit der zunehmenden Verbreitung moderner Wärmepumpen stellt sich vielen Bauherren eine weitere Frage: Reicht die Kühlfunktion der Wärmepumpe aus oder ist eine klassische Klimaanlage die bessere Wahl? Auch hier gibt es keine pauschale Antwort.

Viele Luft-Wasser-Wärmepumpen bieten heute eine aktive oder passive Kühlfunktion an. Je nach Ausführung kann dabei die Vorlauftemperatur der Flächenheizung abgesenkt werden, wodurch sich die Raumtemperatur moderat reduziert. Dieses System arbeitet sehr gleichmäßig und wird von vielen Menschen als besonders angenehm empfunden, weil keine starken Luftströmungen entstehen.

Eine klassische Split-Klimaanlage erreicht dagegen deutlich höhere Kühlleistungen und kann Räume innerhalb kurzer Zeit spürbar herunterkühlen. Sie eignet sich deshalb besonders dort, wo kurzfristig hohe Temperaturen reduziert werden sollen oder einzelne Räume gezielt klimatisiert werden müssen. Welche Lösung langfristig sinnvoller ist, hängt von vielen Faktoren ab: Gebäudegröße, technische Ausstattung, Nutzungsverhalten und persönliche Komfortansprüche spielen dabei ebenso eine Rolle wie die architektonische Planung des Hauses.

Entscheidend bleibt jedoch auch hier derselbe Grundsatz: Technik sollte vorhandene Stärken unterstützen – nicht Planungsdefizite dauerhaft kompensieren.

Warum große Fensterflächen nicht das Problem sind

Großzügige Verglasungen gehören seit vielen Jahren zu den beliebtesten Gestaltungselementen moderner Architektur. Sie schaffen helle Räume, stellen eine Verbindung zur Natur her und verleihen Häusern eine besondere Offenheit. Gleichzeitig werden sie häufig als Hauptursache für sommerliche Überhitzung genannt. Diese Aussage ist jedoch nur teilweise richtig.

Nicht die Fenster selbst stellen das Problem dar, sondern ihre Einbindung in das Gesamtkonzept des Hauses. Große Fenster können hervorragend funktionieren, wenn ihre Ausrichtung bewusst gewählt wird und ein wirksamer außenliegender Sonnenschutz vorhanden ist. Dachüberstände, Raffstores oder natürliche Verschattung durch Bäume verhindern, dass direkte Sonneneinstrahlung während der heißesten Stunden ungehindert in den Innenraum gelangt. Gleichzeitig bleibt der gewünschte Tageslichteinfall erhalten.

Besonders in den Morgen- und Abendstunden können großzügige Verglasungen sogar einen erheblichen Beitrag zur Wohnqualität leisten, weil sie Licht, Ausblick und Natur in den Alltag integrieren. Das zeigt sehr deutlich, worum es beim modernen Holzbau eigentlich geht: Nicht einzelne Elemente sind gut oder schlecht. Entscheidend ist immer das Gesamtsystem.

Warum der Mensch Teil der Bauphysik bleibt

Auch das intelligenteste Gebäude kann seine Stärken nur dann vollständig entfalten, wenn es richtig genutzt wird. Gerade beim sommerlichen Wärmeschutz spielt das Verhalten der Bewohner eine größere Rolle, als häufig angenommen wird.

Wer während einer Hitzewelle tagsüber dauerhaft Fenster geöffnet lässt oder außenliegende Verschattungssysteme nicht nutzt, bringt kontinuierlich Wärme ins Gebäude. Umgekehrt lässt sich durch konsequente Nachtlüftung, rechtzeitiges Verschatten und bewusstes Lüftungsverhalten die Temperatur im Haus oft deutlich länger auf einem angenehmen Niveau halten.

Interessanterweise zeigt sich genau hier ein wichtiger Unterschied zwischen einem gut geplanten Haus und einem Gebäude mit hohem Kühlbedarf. Während schlecht abgestimmte Gebäude bereits auf kleinere Fehler empfindlich reagieren, verzeihen hochwertige Gesamtkonzepte deutlich mehr. Sie besitzen gewissermaßen eine größere thermische Stabilität und reagieren langsamer auf äußere Einflüsse. Dadurch entsteht nicht nur mehr Komfort, sondern auch mehr Gelassenheit im Alltag. Bewohner müssen nicht permanent gegen die Hitze „arbeiten“, sondern profitieren davon, dass das Gebäude bereits viele Aufgaben selbst übernimmt.

Die eigentliche Frage lautet nicht, ob ein Holzhaus eine Klimaanlage braucht

Die Diskussion über Klimaanlagen führt häufig in die falsche Richtung. Sie beginnt mit einer technischen Lösung, obwohl die eigentliche Herausforderung viel früher entsteht. Nicht die Wahl einer Klimaanlage entscheidet darüber, wie angenehm sich ein Haus im Sommer anfühlt. Entscheidend sind vielmehr die vielen Planungsentscheidungen, die lange vor Baubeginn getroffen werden.

Wie ist das Gebäude auf dem Grundstück ausgerichtet?
Wie groß sind die Fensterflächen?
Welche Verschattung ist vorgesehen?
Wie wurde der Dachaufbau geplant?
Wie hochwertig ist die Gebäudehülle?
Wie funktioniert die natürliche Lüftung?

Erst wenn all diese Fragen beantwortet sind, lässt sich seriös beurteilen, ob eine zusätzliche Kühlung überhaupt notwendig wird. Vielleicht verändert sich genau deshalb auch die Sicht vieler Planer auf den sommerlichen Wärmeschutz. Während früher häufig nach der passenden Klimaanlage gesucht wurde, beginnt modernes Bauen heute mit einer anderen Überlegung:

Wie schaffen wir ein Haus, das möglichst wenig Kühlung benötigt – weil es von Anfang an intelligent geplant wurde?

Und genau darin liegt eine der größten Stärken moderner Holzhäuser. Sie verbinden präzise Planung, intelligente Bauphysik und natürliche Materialien zu einem Gesamtkonzept, das den Wohnkomfort nicht erst im Nachhinein verbessert, sondern ihn bereits in der Entstehung des Hauses mitdenkt.

FAQs – Klimaanlage und sommerlicher Wohnkomfort im Holzhaus

Nein. Ein modernes Holzhaus ist nicht grundsätzlich auf eine Klimaanlage angewiesen. Entscheidend ist vielmehr, wie das Gebäude geplant wurde. Eine hochwertige Fertigung, eine intelligente Ausrichtung auf dem Grundstück, wirksame Verschattung, ein durchdachter Dachaufbau und die richtige Fensterplanung tragen wesentlich dazu bei, dass sich Innenräume auch an heißen Sommertagen nur langsam erwärmen. Ist dieses Gesamtkonzept stimmig, kann der Wohnkomfort häufig ohne dauerhaft laufende Klimageräte gewährleistet werden.

Diese Aussage lässt sich so nicht treffen. Massive Baustoffe, wie Beton, besitzen zwar eine höhere Speichermasse und können Wärme länger aufnehmen, gleichzeitig speichern sie diese Energie auch über einen längeren Zeitraum. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Bauweise, sondern das gesamte Gebäude. Moderne Holz- und Massivhäuser können gleichermaßen einen hervorragenden sommerlichen Wärmeschutz erreichen, wenn Planung, Bauphysik und Verschattung konsequent aufeinander abgestimmt sind.

Die wichtigsten Entscheidungen werden bereits lange vor Baubeginn getroffen. Gebäudeausrichtung, Fenstergrößen, Dachüberstände, außenliegende Verschattung, Dachaufbau und die Qualität der Gebäudehülle bestimmen maßgeblich, wie viel Wärme überhaupt ins Haus gelangt. Wer diese Aspekte früh berücksichtigt, reduziert den späteren Bedarf an aktiver Kühlung oft deutlich wirksamer als durch nachträglich installierte Technik.

Viele moderne Wärmepumpensysteme verfügen heute über eine Kühlfunktion, die insbesondere in Verbindung mit Flächenheizungen für eine angenehme Temperierung sorgen kann. Ob diese Lösung ausreicht, hängt jedoch von der Gebäudekonzeption, den persönlichen Komfortansprüchen und den klimatischen Bedingungen ab. In manchen Fällen kann eine klassische Klimaanlage zusätzliche Vorteile bieten, grundsätzlich sollte eine Kühltechnik jedoch immer auf einem bereits gut geplanten Gebäude aufbauen.

Richtiges Lüften gehört zu den einfachsten und gleichzeitig wirkungsvollsten Maßnahmen für ein angenehmes Raumklima. Während der kühlen Nacht- und Morgenstunden kann das Gebäude gezielt auskühlen. Tagsüber sollten Fenster möglichst geschlossen bleiben und gleichzeitig außenliegende Verschattung genutzt werden, damit die aufgebaute Kühle möglichst lange erhalten bleibt. Selbst ein hervorragend geplantes Haus profitiert von diesem bewussten Nutzerverhalten.

Beide Themen bleiben wichtig, jedoch verschieben sich die Anforderungen zunehmend. Moderne Gebäude verlieren im Winter bereits sehr wenig Energie. Gleichzeitig nehmen Hitzetage und Tropennächte kontinuierlich zu. Deshalb entwickelt sich der sommerliche Wärmeschutz immer stärker zu einem entscheidenden Qualitätsmerkmal moderner Wohnhäuser. Häuser müssen künftig nicht nur energieeffizient beheizt werden können, sondern auch ohne übermäßigen Energieeinsatz angenehme Temperaturen während längerer Hitzeperioden gewährleisten.

Fazit: Vielleicht ist die beste Klimaanlage jene, die man kaum vermisst

Noch vor wenigen Jahren wurde die Qualität eines Hauses vor allem daran gemessen, wie effizient es mit winterlicher Kälte umgehen konnte. Heute verändert sich diese Perspektive spürbar. Angesichts immer längerer Hitzeperioden stellt sich eine neue Frage: Wie lässt sich Wohnkomfort erhalten, ohne steigende Außentemperaturen dauerhaft mit zusätzlicher Technik ausgleichen zu müssen? Die Antwort beginnt überraschend früh.

Nicht bei der Auswahl einer Klimaanlage. Nicht bei der Entscheidung für ein bestimmtes Kühlsystem. Sondern in der ersten Skizze eines Hauses. Denn genau dort werden die Voraussetzungen geschaffen, die später darüber entscheiden, wie ein Gebäude auf Sonne, Hitze und Temperaturveränderungen reagiert. Die Ausrichtung auf dem Grundstück, die Position der Fenster, der Dachaufbau, wirksame Verschattung und eine durchdachte Gebäudehülle beeinflussen den sommerlichen Wohnkomfort oft wesentlich stärker als jede technische Nachrüstung.

Gerade deshalb verändert sich auch die Rolle moderner Gebäudetechnik. Klimaanlagen sind längst kein Zeichen schlechter Planung. In bestimmten Situationen können sie den Wohnkomfort sinnvoll ergänzen und individuelle Anforderungen optimal erfüllen. Sie sollten jedoch nicht die Aufgabe übernehmen müssen, grundlegende Schwächen eines Gebäudes dauerhaft auszugleichen. Vielleicht liegt genau darin der wichtigste Unterschied zwischen einem Haus, das lediglich gekühlt wird, und einem Haus, das für ein angenehmes Leben im Sommer entwickelt wurde.

Ein gut geplantes Holzhaus versucht nicht, Hitze mit immer mehr Technik zu bekämpfen. Es begegnet ihr mit intelligenter Architektur, durchdachter Bauphysik und einer Planung, die das Gebäude als Ganzes versteht. Erst wenn diese Grundlagen geschaffen sind, wird aus moderner Technik eine sinnvolle Ergänzung – und nicht die eigentliche Lösung.

Die Häuser der Zukunft werden deshalb vermutlich nicht jene sein, die über die leistungsstärkste Klimaanlage verfügen. Sie werden jene sein, in denen man auch nach mehreren heißen Sommertagen das Fenster öffnet, tief durchatmet und feststellt, dass gutes Bauen manchmal genau darin besteht, Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen.

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